Obstverarbeitung
Sauberkeit wird am Ende belohnt
Die verwendeten Früchte sollten sehr reif sein, dürfen aber nicht
angefault oder angegoren sein.
Fremde Pilze oder gar Bakterien sind auf jeden Fall zu vermeiden!
Bei allen Obstsorten müssen Stiele, Blätter, Schmutz und auch
Käfer entfernt werden.
Kernobst säubern, waschen und Kerngehäuse herausschneiden.
Steinobst waschen und entsteinen.
Beeren waschen.
Das Obst zerkleinern
Eine professionelle Fruchtmühle ist der Traum eines jeden
Hobbywinzers, der schon einmal eine größere Menge Obst verarbeitet hat. Ich habe einen
solchen Luxus nicht und muß auf alternative Mittel zurückgreifen. ( An dieser stelle
einen dicken Kuß an meine Freundin ) Also hier etwas für die Improvisationsgeister: Für
kleine Mengen ( bis ca.20,30 Liter Weinansatz ) tut es der Fleischwolf immer, mit den
mittelgroßen Löchern ist ein gutes Vorankommen garantiert. Bei Früchten wie Äpfeln
oder Quitten ist eine elektrische Raspel oder eine "Mulinex Multifunktions-
Küchen-gar und schon fertig" Maschine sehr praktisch, doch tut es auch ein einfaches
grobes Reibebrett.
Wie fein das Obst sein sollte kommt immer auf die Frucht an. Manche Früchte wie z.B. die
Pflaume oder Eberesche sollte man nur zerdrücken, da sie am Ende nur schlecht klären und
somit der Wein dann trübe bleibt.
Hingegen verarbeite ich z.B. Erdbeeren mit einem Stabmixer. Das geht sehr schnell und kann
auch gleich im Ballon geschehen.
( Vorausgesetzt man nimmt einen Ballon mit großer Öffnung.)
Bei größeren Mengen wird es eher auch teurer. Entweder hat man
mehr als eine Freundin (was meist auch nicht billiger ist), die hilft oder man leiht sich
eine entsprechende Fruchtmühle. Die beiden Weinprofis in Hamburg bieten es bei guten Kunden zu akzeptablen
Preisen an.
Saft- oder Maischegärung ?
Der Unterschied ist recht einfach: Eine Saftgärung wird , wie der
Name sagt nur mit dem Saft der Frucht angesetzt. Wenn die Früchte zerkleinert sind kann
man sie pressen und den so gewonnenen Saft dann in den Ballon füllen. Eine Einfache
Methode. Es läßt sich sogar aus gekauftem Saft aus der Flasche Wein herstellen, was noch
einfacher ist. Doch wie bei Allem im Leben ist immer ein Haken an der Sache: Die Farb- und
Geschmacksstoffe sind bei den meisten Früchten in der Schale und ihren Zellen. Diese
gehen bei dieser Methode leider verloren. Außerdem gibt es Früchte die nur wenig Saft
haben und sich nur schlecht auspressen lassen. Dazu gehören Hagebutten, Bananen,
Erdbeeren usw. Aus diesen Früchten macht man dann eine Maischegärung.
Die Maischegärung ist am Anfang nicht so Mühevoll, da man das Obst lediglich zerkleinern
oder zerdrücken muß, doch muß dann nach der ersten Gärung die Maische (Fruchtfleisch)
von der Flüssigkeit (die sich dann schon Federweißen nennt ) abgepreßt werden. Hat man
dazu nicht die technischen Hilfsmittel, kann das eine anstrengende Sache werden. Doch
können Sie es sich schon denken: Wer sich Mühe gibt, wird auch belohnt. In diesem Fall
mit einem erheblichen Geschmacksvorteil der Saftgärung gegenüber.
Ich bevorzuge die Maischegärung, da ich damit die besten Erfolge erzielt habe.
Kaltentsaften für die Saftgärung
Mit einer Saftpresse ist auch hier mal wieder ein recht teures
Equipment zum Thema geworden.
Und dennoch gut zu handhaben und läßt sich auch in manchen Läden ausleihen.
Äpfel oder andere, Früchte lassen sich auch durch den elektrischen Entsafter gut
von ihrem saftigen Dasein trennen.
Der über bleibende Teil kann dann zur besseren Ausbeute zusätzlich auch noch abgepreßt
werden.