Krankheiten des Weines

Es gilt immer: Verhüten ist besser als heilen !

Wenn Sie im Ablauf beschriebenen Vorgehensweisen gut beachtet haben, dürfte es praktisch keinen kranken Wein geben.
Ein „geheilter“ Wein wird nie wie ein „gesunder“ die geschmacklichen Ansprüche befriedigen können.

Die Anfälligkeit gegen Mikroorganismen hängt wesentlich von den Alkohol- und Säuregehalten der Weine ab, indem höhere Konzentrationen beider Stoffe ungünstige Lebensbedingungen für die Schädlinge schaffen.
So können von den Bakterien nur die Milchsäurebakterien bei den normalen Säuregehalten der Moste wachsen, während die Buttersäurebakterien erst bei niedrigen Säuregehalten, wie sie in sehr säurearmen Obstarten oder in überstreckten Weinen vorkommen, gedeihen.

Abnorme Beschaffenheiten im Aussehen, Geruch und Geschmack der Weine von kaum merkbaren Beeinträchtigungen bis hin zur Genussuntauglichkeit (Verdorbenheit)  können die Folge von unachtsamer Verarbeitung aber auch von schlechter Fruchtqualität sein. Solche qualitätsmindernde Veränderungen des Weines nennt man Weinfehler, Weinkrankheiten oder Weinmängel.
Weinfehler werden auf chemische oder physikalische Vorgänge oder aber auf den Eintrag fremder Stoffe zurückgeführt. Als Ursache für Weinkrankheiten sind abnorme Beeinflussungen durch Mikroorganismen anzusehen, wobei durch Umsetzung von Weinbestandteilen neue und zumindest zum Teil unerwünschte Stoffe synthetisiert werden. Weinmängel werden durch einen Mangel oder ein Übermaß an wesentlichen Weinelementen bestimmt.

Durch hohe Alkohol- und Säuregehalte werden Milch- und Buttersäurebakterien, besonders bei kühler Lagerung, unterdrückt. Essigsäurebakterien verwandeln den Alkohol in Essigsäure. Bei hohen Alkoholgehalten (15 Vol.-%) im Wein können sie nicht mehr wachsen. Größere Säuremengen hemmen ebenfalls die Essigsäurebildung. Das sicherste Mittel, sie auszuschalten, ist jedoch das Fernhalten des Sauerstoffs. Dies muss besonders bei alkoholärmeren Weinen berücksichtigt werden, die nach öffnen der Flasche oder des Ballons bald verbraucht werden müssen. Wollen Sie jedoch ein Faß Obstwein im Keller über den Zapfhahn ohne Flaschenabfüllung langsam verbrauchen, so empfiehlt es sich nach dem eben Gesagten, dafür einen Dessertwein herzustellen, der so viel Zucker bekommen hat, daß er nach der Gärung noch überschüssigen Zucker (Restzucker) bei hohem Alkoholgehalt hat und daher .
Solche Dessertweine werden dann auch nicht so schnell von Schimmelpilzen und unerwünschten Hefen befallen, die zwar höhere Säuremengen, jedoch keine höhere Alkoholkonzentrationen vertragen. Bei alkoholarmen Weinen können die Schimmelpilze und Hefen durch das Fernhalten der Luft ohne die sie nicht wachsen können, bekämpfen. Gegebenenfalls können wir die Flaschen bzw. Korke noch durch Spülen bzw. Einlegen über Nacht in verdünnte schweflige Säure ( l/2 bzw. 1 1/2 % ) steril machen. Sauberes Arbeiten ist zwingend erforderlich, um Weine lagerfähig zu machen.

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